Predigten

Predigt 1. Samuel 24, 1 – 20
4. Sonntag nach Trinitatis: 23. 06. 2024, 9. 30 Uhr Weiler

Liebe Gemeinde!
„So ist Versöhnung“… Versöhnung öffnet Türen für neue Gemeinschaft, Vergeben bewirkt Frieden. Ein Beispiel für Versöhnung haben wir in der Lesung gehört: Josef vergibt seinen Brüdern. Dabei hätte er allen Grund gehabt, sich zu rächen: seine Brüder verkauften ihn als Sklaven nach Ägypten. Dort kam er sogar unschuldig ins Gefängnis, und es war mühsam, sich in der Fremde zurechtzufinden und ein neues Leben zu wagen. Er schaffte es; Gott war mit ihm.
Unser Predigttext gibt uns ein ähnliches Beispiel: Da übt einer nicht Gewalt, obwohl er Grund dazu hätte und die Gelegenheit äußerst günstig ist:
„David zog aus der Wüste hinauf und blieb in den Bergfesten bei En-Gedi. Als nun Saul zurückkam von der Verfolgung der Philister, wurde ihm gesagt: Siehe, David ist in der Wüste En-Gedi. Und Saul nahm dreitausend auserlesene Männer aus ganz Israel und zog hin, David samt seinen Männern zu suchen, in Richtung auf die Steinbockfelsen. Und als er kam zu den Schafhürden am Wege, war dort eine Höhle, und Saul ging hinein, um seine Füße zu decken. David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle. Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von dem der HERR zu dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine Hände geben, dass du mit ihm tust, was dir gefällt. Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls. Aber danach schlug ihm sein Herz, dass er den Zipfel vom Rock Sauls abgeschnitten hatte, und er sprach zu seinen Männern: Das lasse der HERR ferne von mir sein, dass ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des HERRN; denn er ist der Gesalbte des HERRN. Und David wies seine Männer von sich mit harten Worten und ließ sie sich nicht an Saul vergreifen.
Als aber Saul sich aufmachte aus der Höhle und seines Weges ging, machte sich auch David auf ihm nach und sprach: Mein Herr und mein König! Saul sah sich um. Und David neigte sein Antlitz zur Erde und fiel nieder. Und David sprach zu Saul: Warum hörst du auf das Geschwätz der Menschen, die da sagen: David sucht dein Unglück? Siehe, heute haben deine Augen gesehen, dass dich der HERR in meine Hand gegeben hat in der Höhle, und man hat mir gesagt, dass ich dich töten sollte. Aber ich habe dich verschont; denn ich dachte: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte des HERRN.

Mein Vater, sieh doch den Zipfel deines Rocks in meiner Hand! Dass ich den Zipfel von deinem Rock schnitt und dich nicht tötete, daran erkenne und sieh, dass meine Hände rein sind von Bosheit und Empörung. Ich habe mich nicht an dir versündigt; aber du jagst mir nach, um mir das Leben zu nehmen. Der HERR wird Richter sein zwischen mir und dir und mich an dir rächen, aber meine Hand soll dich nicht anrühren. Wem zieht der König von Israel nach? Wem jagst du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh! Der HERR sei Richter und richte zwischen mir und dir und sehe darein und führe meine Sache, dass er mir Recht schaffe wider dich!
Als nun David diese Worte zu Saul geredet hatte, sprach Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine Stimme und weinte und sprach zu David: Du bist gerechter als ich, du hast mir Gutes erwiesen; ich aber habe dir Böses erwiesen. Und du hast mir heute gezeigt, wie du Gutes an mir getan hast, als mich der HERR in deine Hände gegeben hatte und du mich doch nicht getötet hast. Wo ist jemand, der seinen Feind findet und lässt ihn mit Frieden seinen Weg gehen? Der HERR vergelte dir Gutes für das, was du heute an mir getan hast!“

David hatte schon einiges erlebt mit Saul. Er war an den Hof Sauls gerufen worden, um für den König Harfe zu spielen. Das linderte die Wutanfälle Sauls. Dann besiegt David im Kampf den riesengroßen Goliath – und Saul wird neidisch. David wird noch Sauls Schwiegersohn und schließt enge Freundschaft mit Jonathan, Sauls Sohn. Er spielt weiter Harfe für Saul, und der nimmt seinen Spieß und wirft ihn nach David, um ihn zu töten. Den Schecken Davids muss man sich vorstellen! Zweimal muss er dem Spieß ausweichen. Er hat sicher um sein Leben gebangt.
Und nun sitzt Saul vor ihm in der Höhle, und das Nahliegende wäre, dass David nun Saul umbringt – einfach, um Ruhe zu haben vor diesem unberechenbaren Mann, der ihm mal gut, mal böse will.
Was hätte ich an Davids Stelle getan? Ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall hat David klug gehandelt! Ein Kampf in der Höhle hätte Menschenleben gefordert, und wenn Saul tot gewesen wäre – was wäre dann geworden? Sauls Soldaten waren noch da. Die hätten sicher nicht kampflos aufgegeben.
David achtet den Gesalbten des Herrn – er hat Respekt. Der Zipfel des Gewandes von Saul ist Beweis genug. Und David hat Mut: er geht seinem Feind hinterher und spricht ihn an. Dabei hält er das Ritual am Königshof ein: er verneigt sich. Er spricht Saul als Herrn und König an, sogar als Vater.
Saul lenkt ein: „Du bist gerechter als ich!“ Er greift David nicht an. Die beiden können in Frieden auseinandergehen.
Das gewaltlose Handeln Davids hat diesen Frieden möglich gemacht. Gewalt bewirkt Krieg, und Krieg kostet Menschenleben – immer auf beiden Seiten der verfeindeten Gruppen.
Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein – das sagt die Evangelische Kirche zu diesem Thema. Ich möchte noch einiges hinzufügen:
Jesus sagt: Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen. Und er selbst handelt so, dass Friede entsteht und wachsen kann. Als einige Männer eine Ehebrecherin steinigen wollen, hält er sie zurück: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein! Dann zieht er mit seinen Jüngern durch Samaria. In einem Dorf finden sie keine Herberge. Voll Zorn wollen zwei Jünger Feuer auf dieses Dorf fallen lassen, um es zu vernichten. Jesus weist sie zurecht (Lk 9, 54). Jesus kam nicht, um zu herrschen, sondern um zu dienen – uns Menschen zu dienen, sich selbst hinzugeben und so Frieden zwischen Gott und Mensch zu schaffen.
Was ist heute? Oder in letzter Zeit, wo ist Frieden geworden – wo Krieg?
Krieg entsteht aus Machtgier und Habsucht, aus Egoismus und aus Verachtung des Lebens anderer. Das sehen wir leider in der Ukraine, in Afghanistan, in totalitären Staaten und überall dort, wo Hass regiert.
Wo aber ist Frieden geworden?
Noch nicht ganz – z. B. durch den Einsatz einzelner. Martin Luther King ist dafür ein gutes Beispiel. Obwohl er viel zu leiden hatte für sein Engagement – er blieb friedlich, er übte keine Gewalt. Er mahnte seine Anhänger, für die Unterdrücker zu beten. Er selbst sagte: Ich habe zuviel Hass gesehen, als dass ich selbst hassen möchte. Die Kette des Hasses muss gesprengt werden. Erst wenn sie zerrissen ist, wird es Brüderlichkeit geben. Liebe ist die einzige Macht, die einen Feind in einen Freund verwandeln kann.
Friede ist entstanden in Südafrika, durch die Überwindung der Apartheid.
Und bei uns, nach dem zweiten Weltkrieg – Friede ist geworden zwischen Frankreich und Deutschland, z. B. Städtepartnerschaften sind entstanden, an der Grenze muss man keinen Zoll mehr zahlen, doch die Soldatenfriedhöfe erinnern an die vielen, die ihr Leben im Krieg verloren haben.
Einen solchen, wenn auch kleinen, Frieden habe ich selbst erlebt. Wir waren in der Bretagne in Urlaub. Der Vermieter kam vorbei, um die Heizung zu reparieren; es war kalt. Er musste in einen Schacht vor dem Haus steigen. Dabei sagte er in fast akzentfreiem Deutsch: Ich war in Berlin im Krieg. Mein Vater sagte betreten: O..das war nicht schön für Sie. Er antwortete aus dem Schacht heraus mit ölverschmiertem Gesicht: Das ist vorbei. Jetzt sind wir Freunde.
Das, liebe Gemeinde ist Friede. Und Frieden soll werden auf Erden.
Amen.

Mose sagte: Fürchtet euch nicht! Bleibt stehen und schaut zu, wie der HERR euch heute rettet! (2. Mose 14, 13)

Monatsspruch für Juni 2024

Das Volk Israel erlebt einen entscheidenden Augenblick: Sie sind gerade aufgebrochen aus Ägypten, aus der Sklaverei in die Freiheit. Sie hatten erlebt, wie Gott sie in einer Wolkensäule leitete bei Tag und in einer Feuersäule bei Nacht. Nun lagern sie, um sich auszuruhen. Viele werden unruhig gewesen sein: die Schufterei in Ägypten war vorbei, damit aber auch die Sicherheit. Ein Land war ihnen versprochen…wo sollte es sein? War es weit bis dorthin?
Da erfahren sie, dass der Pharao ihnen nachjagt, mit Streitwagen und bewaffneten Männern. Sie verlieren den Mut. Wenn die Ägypter sie einholten, gab es keinen Zug in die Freiheit, kein eigenes Land, sondern nur noch härtere Arbeit und sicher eine Strafe. Die Israeliten beschweren sich bei Mose: Das haben wir dir gleich gesagt, dass das nichts wird! Wir wären gescheiter in Ägypten geblieben!
In dieser Situation spricht Mose diesen Satz. Und er fügt hinzu: „Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.“ Sie ziehen weiter. Vor ihnen liegt das Schilfmeer. Wohin jetzt fliehen? Durch das Wasser? Doch Mose reckt seine Hand mit dem Stab aus, und das Wasser weicht zurück. Sie gehen tatsächlich durch das Wasser – ohne nass zu werden. Und noch etwas tut sich: Der Engel Gottes, der in der Wolkensäule warm trat hinter das Volk. Für die Ägypter wurde es finster. Und schließlich kam das Wasser zurück. Die Israeliten waren am anderen Ufer angekommen. Jetzt war Ruhe. Keine Verfolger mehr. Keine Gefahr.

Bei uns gibt es ähnliche Situationen: wir sind unruhig und fragen uns, was am besten zu tun sei und wie es weitergehen kann. Die Sorgen jagen hinter uns her und machen uns Angst. Und weit und breit weder Wolken- noch Feuersäule zum Geleit. Doch Gott schickt auch uns seine Engel, die uns schützen und uns den Weg weisen. Diese Engel können wir nicht sehen. Aber sie sind da – Gottes Boten aus seinem Reich. Vielleicht wird ein anderer Mensch uns zum Engel. Oder die Lösung des Problems kommt, auch wenn wir sie vorher nicht finden konnten. Boten Gottes sind mit uns auf dem Weg – unsichtbar. Aber sie sind da.

Rudolf Otto Wiemer schreibt:

„Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel.
Sie gehen leise, sie müssen nicht schrei´n,
oft sind sie alt und hässlich und klein, die Engel.
Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand, die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
oder er wohnt neben dir, Wand an Wand, der Engel.
Dem Hungernden hat er das Brot gebracht, der Engel.
Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
und er hört, wenn du ihn rufst in der Nacht, der Engel.
Er steht im Weg, und er sagt: Nein, der Engel.
Groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein –
Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel.

Einen gesegneten Juni wünscht Ihnen
Ihre Pfarrerin GMayer

„Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten.
Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht über mich haben.“

1. Korinther 6, 12

Monatsspruch für Mai 2024

Dieser Bibelvers lässt aufhorchen! Alles ist erlaubt?

Täglich erfahren wir Einschränkungen unserer Freiheit. Arbeit und Termine sind festgelegt, festgelegt, wann ich aufstehen muss und was ich zu tun habe. Die Sehnsucht nach Freiheit ist groß: einmal alle Zwänge hinter sich lassen – freie Zeit – keiner hat mir zu sagen, was ich wann und wo machen muss – ich bestimme selbst über mich. Nur ich selbst habe mir etwas zu sagen.

Für mich ist das das Gefühl von Urlaub. Keine Termine, kein Telefon, das immer dann läutet, wenn ich es gerade überhaupt nicht brauchen kann, in den Tag hinein leben und die Zeit genießen – wie schön. Erholung pur.

Doch was meinte Paulus, als er diese Zeilen schrieb? Ausgerechnet an die Korinther, die sich nicht immer einig waren und in deren Gemeinde es schon früh Missstände gab! Die Stadt Korinth hatte einen sprichwörtlich schlechten Ruf. „korinthazestai“ – leben wie ein Korinther – heißt auf deutsch: zu einer Prostituierten gehen. Mahlzeit. Paulus geht es nicht um Maßlosigkeit. Es ging ihm vielmehr darum, wie man in einer Gemeinde zusammenleben soll und kann. Manch einer verfehlte sich oder lebte seinem Nächsten zu Leid. Viele waren rücksichtslos – so wie Kain, nachdem er seinen Bruder Abel erschlagen hatte: „Was geht mich mein Bruder an? Der soll sich gefälligst um sich selbst kümmern! Ich bin nicht sein Babysitter!“

Es gilt: Gott hat uns als freie Menschen geschaffen. Wir sind keine fremdgesteuerten Marionetten, die nur das können, was der Puppenspieler erlaubt. Doch Freiheit will bedacht gelebt werden. Meine Freiheit hört da auf, wo ich dem Anderen schade. Und: meine Freiheit ist in Gefahr. Zu leicht kann sich sogenannte Freiheit in Zwang verkehren, und dann ist von Freiheit keine Rede mehr. „Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten“. Ein Glas Wein zum Genießen – dagegen ist rein gar nichts einzuwenden. Doch wenn aus dem einen Glas zwei, drei werden oder eine ganze Flasche, dann schadet man sich selbst. Aus der Freiheit ist Zwang geworden: plötzlich braucht man de Alkohol. Man genießt nicht mehr, man trinkt einfach. Und richtet sich selbst zugrunde.

Ebenso kann es mit dem Konsum gehen. Schön ist es, wenn ich mir das kaufen kann, was ich haben möchte. Das geht von einem Kleidungsstück bis hin zu Auto und Haus. Und schließlich reicht alles nicht mehr aus, man wird unzufrieden. Der andere hat viel mehr und viel besseres! Man wird neidisch und sieht nicht mehr, was man selbst alles hat. Die Gier nimmt überhand. So sind viele Menschen hoch verschuldet, und vielen ist ihr Besitz das einzige, was zählt. „Alles ist erlaubt, aber es soll mich nichts gefangennehmen“.

Paulus meint eine andere Freiheit. Vielleicht denkt er an´s Johannesevangelium: „Wen der Sohn frei macht, den macht er recht frei“.

Hier ist die Freiheit von Schuld gemeint, die Freiheit, so zu leben, wie Gott es sich von mir, aber hauptsächlich für mich wünscht. Ich denke da an Martin Luther. Gefangen in seiner Angst, nicht gut genug für Gott zu sein, von Ihm nicht geliebt zu sein, quälte er sich selbst, er mühte sich ab – und kam so nicht ans Ziel. Bis er erkannte: es reicht völlig aus, dass ich an Gott glaube. Er liebt mich so, wie ich bin. Ich bin ihm recht, ich bin vor ihm ge-recht. Da begann die Freiheit. Aufatmen und leben. Leben aus Gottes Gnade.

Gabriele Mayer

„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von
euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.“
1. Petrus 3, 15

Das ist der Monatsspruch für den April 2024.
Wenn jemand Stärke beweist, wenn einer auch in schwierigen Situationen nicht
den Kopf verliert, kann man sagen: Der (oder die) hat Stehvermögen!
Hier wird auch Stehvermögen gefordert: Mut, zu bekennen, dass ich an Jesus
Christus glaube, und dass dieser Glaube mir hilft. Das kann einem manchmal
peinlich sein – und dann weichen wir lieber aus und sprechen von etwas
anderem.
Petrus hatte seine Erfahrungen mit dem Bekennen gemacht, und es waren keine
guten. Als er Jesus verleugnete, im Hof des Hauses des Hohenpriesters in
Jerusalem, da hatte er nicht bekannt. Da hatte er sich gedrückt.
Doch Petrus hat auch eine Wandlung durchgemacht: am ersten Pfingstfest hielt
er im wahrsten Sinne des Wortes eine flammende Predigt. Er, der Fischer vom
See Genezareth. Vom Heiligen Geist erfüllt, übersetzten verschiedene Jünger
diese Predigt in alle möglichen fremden Sprachen – und die Menschen
verstanden die Botschaft von dem, der vom Tod auferstanden war. Der Erfolg
war durchschlagend: Ungefähr zweitausend Menschen kamen zum Glauben und
ließen sich taufen. Die erste christliche Gemeinde entstand.
Das kann geschehen, wenn wir uns trauen, etwas von unserem Glauben
weiterzugeben: dass Andere überzeugt werden und es ebenfalls mit dem
Glauben wagen. So wächst die Gemeinde Gottes auf Erden.
Und schließlich gehört die Hoffnung zum Glauben: nicht nur die Hoffnung, dass
irgendwann alles besser wird; das wäre zu naiv. Sondern die Hoffnung, dass
Gott uns beisteht, dass er uns trägt im Leben, und dass er uns nach dem Tod zum
ewigen Leben in seinem Reich wieder auferwecken wird. Diese Hoffnung gibt
Kraft und Mut. Gott möge uns beides schenken.

Ihre Pfarrerin
Gabriele Mayer

Die Jahreslosung 2024: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“

Liebe Gemeinde!

Die Jahreslosung für das Jahr 2024 steht am Ende des ersten Korintherbriefes.

Paulus ermahnt die Christen in Korinth, gut miteinander umzugehen. Die Liebe als das Band der Vollkommenheit soll die Gläubigen zusammenhalten und miteinander verbinden.

Die Gemeinde in Korinth war sich nicht immer einig, und das bereitete Paulus Sorgen. Im dritten Kapitel weist er darauf hin, dass allein Jesus Christus das Zentrum des Glaubens ist und nicht einer der Apostel. Da gingen die Meinungen in Korinth nämlich auseinander: die einen waren für den Apostel Apollos, die anderen hielten zu Paulus. Doch wichtig ist allein, dass alle an den gleichen Herrn und Gott glauben und ihm dienen. Es gab auch Rechtsstreitigkeiten in der Gemeinde.

Paulus mahnt zur Einheit und zu gegenseitigem Verständnis. Und wichtig ist ihm nicht nur, dass alles in Liebe geschehen soll. „Wacht, steht fest im Glauben, seid mutig und stark!“, schreibt er. Das heißt: sich nicht beirren lassen, in all den Schwierigkeiten des Lebens nicht den aus den Augen verlieren, der das Leben gibt: Gott.

Auch in unserer Zeit ist es wichtig, den Glauben an Gott festzuhalten und nicht mutlos zu werden. Denn angesichts von Kriegen und Gewalt, von Hunger und Naturkatastrophen gilt es, sich für den Frieden einzusetzen und nicht resigniert zu denken: es hilft ja doch alles nichts. Natürlich ist das nicht einfach. Es erfordert nicht nur Mut, sondern auch Kraft und Durchhaltevermögen. Die Kraft müssen wir uns von Gott schenken lassen. Das Durchhaltevermögen wird bestärkt durch die Hoffnung, die wir Christen haben. Die Hoffnung, dass das Leben gelingen kann, dass es Fortschritte gibt, dass der eigene Einsatz die Mühe lohnt. Diese Hoffnung ist getragen von dem Glauben, dass Gott uns beisteht und unsere Nöte sieht – und versteht.

Jesus Christus hat als Mensch gelebt, als einer von uns, und er kennt diese Situationen, in denen man aufgeben will. Doch er spricht uns Mut zu: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt. Dieses Versprechen gilt uns allen, daran können wir uns festhalten. So gehen wir in das Neue Jahr in der Gewissheit, dass Gott uns auch in der kommenden Zeit trägt und hält, dass seine Güte jeden Morgen neu ist, und dass seine Kraft größer ist, als wir uns vorstellen können.

Paulus weist auf Jesus Christus als Zentrum des Glaubens hin. Die Liebe ist die Macht Gottes, die Feinde zu Freunden werden lässt, die verwandelt und neues Leben zum Blühen bringt.

Möge alles bei uns in Liebe geschehen – Denn drei Dinge bleiben: Glaube, Liebe und Hoffnung. Aber die Liebe ist die größte von allen.

Ihre Pfarrerin

GMayer

Ansprechpartnerin:

Pfarrerin Dr. Gabriele Mayer
gabriele.mayer@kbz.ekiba.de
Privat: 07725/6713926
Mobil: 0173/3627855

Ev. Kirche Baden

Herrnhuter Losungen

Losung und Lehrtext f�r Dienstag, 16. Juli 2024: